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Inhaltverzeichnis:

Die Siedlung Röspe - Entstehung und Entwicklung
Röspe vor dem Bau der Siedlung
Das Vertriebenenproblem in Wittgenstein
Das Gelände in Röspe
Erwerb des Geländes und Planung der Siedlung
Erschließung des Geländes
Bau der Siedlung und ihre Entwicklung
Finanzierung
Auswahl der Siedler und Übereignung der Siedlerstellen
Kommunale Zugehörigkeit
Die Bevölkerungsstruktur
Bevölkerungsentwicklung
Die wirtschaftliche Lage der Siedler
Konfessionelle und schulische Verhältnisse
Brauchtum und Vereinsleben
Heimatgedächtnisstätte
Siedlerliste 1954

 

 

Die Siedlung Röspe - Entstehung und Entwicklung

von H. Reger

Röspe vor dem Bau der Siedlung

Der alte Name Röspe war vermutlich "rus (ros) -apa (aha)", was so viel bedeutet wie raues Gewässer' die Silbe "rus"wird volksetymologisch als "rau gedeutet, während die Silbe "apa" oder "aha" dem gotischen "ahva" (aqua), dem hessischen afa' (affa) und dem niederdeutschen "ape" gleichkommt und "Wasser" heißt.  Man könnte annehmen, dass dieses Gebiet, dessen ursprüngliche Bezeichnung durch seine Lage und Witterung (niederschlagsreich, Tal nach Westen offen) heute noch als charakterisierend angesehen werden kann, kaum besiedelt gewesen sein wird.  Die Annahme täuscht jedoch.  Die 1965 von Ulrich Kettler gefundene Geröllkeule aus dem 3. jahrtausend v.Chr. stammt, lässt vermuten, dass diese Gegend schon von 'jungsteinzeitlichen Menschen bewohnt war oder zumindest ihnen zeitweise aufgesucht wurde.  Dokumente liegen dann ab dem 14. Jahrhundert vor.  So ist uns überliefert, dass Siegfried II., Graf von Wittgenstein (1322-1359), Lehnsherr des Friedrich von Rüsphe war.  Ein Conrad von Rüspe hat kurze Zeit später dem Grafen Johann 1. von Seyne, Grebe von Widechinstein (1382-1412), Freundschaft gelobt.  Es ist anzunehmen, dass mit den verschiedenen Bezeichnungen der gleiche Ort gemeint wurde, gab es doch auch für "Wittgenstein" die verschiedensten Schreibweisen.

Sogar eine Kirche mit einem Pfarrer hat es in Röspe gegeben.  So heißt es, dass zur Zeit Johann 11. von Seyne, Grebe von Widechinstein (1412-1431), zu einer Kirchweih der Adebornskirche bei Berleburg auch der Pfarrer Johann Lumbel aus Röspe geladen war.  In dem Tagebuch Ludwigs des Älteren (1558-1605) ist unter dem Datum des 1. Mai 1559 schließlich von dem "Landgut Röspe" die Rede.  Graf Ludwig baute sich auch im Jahre 1577 ein Jagdhaus in Röspe.  Das ist nicht verwunderlich, denn Röspe und die Umgebung waren das waldreichste Gebiet Wittgensteins.  Bis 1537 hatten die Grafen hier sogar wilde Pferde gehalten.

In einem Teilungsprozess Ludwigs des Älteren vom Jahre 1590 wurde der "hoff Rospe", der bis dahin zum Amt Wittgenstein (Laasphe) gehörte, dem Amptte Berleburg" zugeordnet.  Wo die einstige Ritterburg in Röspe, die zusammen mit den Burgen von Girkhausen, Schüllar, Raumland und der im Steinebach die Berleburg umgab, eigentlich gestanden hat und wie lange die Ritter dort gelebt haben, lässt sich nirgends genau feststellen.  Hinsberg schreibt dazu:

"Dort, wo die Steinadler einst gehorstet, am Hermeskopf im Rösper Gewalde, liegen die Reste einer Burg, umschauen von Geistern, die mit wiehernden Rossen in Kutschen zum Entsetzen der Hirten und Köhler nach allen Richtungen ei'nherjagen.  Möglich, dass die Ritter von Röspe ei'nstens auf dieser Geisterburg gesessen.  Doch ist’s nicht wahrscheinlicher, dass sie dorten gehaust, wo der Messdiener Lumbel seines heiligen Amtes gewartet?  Und da stand jetzt das Haus Ludwigs des Älteren.  Des Christopher von Räspe hinterlassene Witwe Sibylla von Effern, die mit ihrem Sohne Johannes von Röspe 1615 dem Grafen Georg den halben Zehnten von Wenigeshausen verkauft, hat schwerlich noch auf der Stätte gewohnt, die ihrem Geschlechte den Namen gegeben“'

In Röspe hat es neben dem Herrenhaus in späteren Jahren auch noch andere Gebäude gegeben.  So heißt es bei Günther Wrede:

" 1673: Errichtung einer Schmelzhütte und eines Hammers auf dem Schwarzen Pfuhl unterhalb Röspe, die jedoch nur kurz bestanden haben“'

Reste des Hammerteiches sind noch zu sehen rechts an der Bahnstrecke Birkelbach-Aue etwa 200 m nach dem Bahnüber ang ins "Gute Wasser".  Aber schon 1704 wurde die Baukonzession für einen anderen Hammer, " an dem breiten Berggelegen erteilt, den man 1743 verpachtete.

Im Jahre 1773 wurde als "Herrschaftlicher Besi'tz" in Röspe das Jagdhaus, "samt dazugehörigen Gebäuden, Vorwerk, Schneidemühle, Rösper Hammer" aufgezählt. Der Wildkeller, der als "ältestes erhaltenes Bauwerk in Erndtebrück " gilt, und jetzt leider verfällt, ist wohl im 16. Jahrhundert gebaut worden, doch soll der Stein mit der Jahreszahl 1591 über der Tür erst in den 20er Jahren des 20.  Jahrhunderts eingesetzt worden sein.

"Die Röspe", wie das Gebiet schon von Ludwig dem Älteren genannt wurde und noch heute bei der Bevölkerung heißt, gehörte also schon seit Jahrhunderten zu Berleburg.  Nur war in letzter Zeit von dem einst regen Leben hier nichts mehr zu spüren.  Schon lange gab es keine Kirche mehr und seit Jahrzehnten kam im Herbst der Fürst mit seinem Gefolge nicht mehr zur Hirschbrunft nach Röspe.

Das alte Jagdhaus, das später einfach "Herrenhaus genannt wurde, war zwar im Jahre 1881 von Grund auf erneuert worden, befand sich aber nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr in sehr gutem Zustand.  Es war als Forstwirtschaftsgebäude nicht mehr geeignet und schon seit vielen Jahren wohnten mehrere Familien als Mieter darin.  Herrenhaus und Forsthaus waren überhaupt lange Zeit einzige Gebäude hier, bis 1914 der Rösper Bahnhof entstand, der am 11.3.1945 bei einem Luftangriff zerstört wurde.  Nach dem zweiten Weltkrieg bauten Hermann Birkelbach (1950) und Karl Achtert (1951) die ersten Häuser in Röspe an der Landstraße nach Rüspe, da sie als Waldarbeiter von der fürstlichen Verwaltung dort günstige Bauplätze erhielten.  Das Herrenhaus wurde am 29.9.1955 an die Deutsche Bauernsiedlung verkauft.  Die Fürstliche Verwaltung konnte es nicht mehr für ihre Zwecke nutzen und hätte es entweder verfallen lassen oder aber eine beträchtliche Summe zur Instandsetzung investieren müssen.  So kam die Möglichkeit, es zu verkaufen, recht gelegen. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Das Vertriebenenproblem in Wittgenstein

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges im Jahre 1945 begann die Vertreibung und Ausweisung der Bevölkerung aus den deutschen Ostgebieten.  Diese Menschen kamen in den westlichen Teil Deutschlands, was zu einem starken Anstieg der Bevölkerung führte.  Die durch die vielen im Krieg zerstörten Wohnungen bereits bestehende Wohnungsnot wurde n größer und der durch die Zerstörung der Industrie entstandene Mangel an Arbeitsplätzen noch spürbarer.

Auch nach Wittgenstein kamen viele Vertriebene und Flüchtlinge.  Vergleicht man einmal die Bevölkerungszahlen Wittgensteins vor dem Kriege mit denen danach, so wird einem das Ausmaß des Bevölkerungszuwachses deutlich.  Im Jahre 1939 lebten in Wittgenstein 28.461 Einwohner.  Durch die Evakuierung der Großstadtbevölkerung war die Zahl während des Krieges schon stark angestiegen, sie vergrößerte sich aber nach Kriegsende sprunghaft durch die eintreffenden Vertriebenen.  Am 1. Juni 1946 betrug die Einwohnerzahl Wittgensteins schon 38.390. Bereits am 11. November des gleichen Jahres waren es 41.692. Davon waren rund 70 % Einheimische, 11 % Evakuierte und 19 % Vertriebene.

Das erste große Problem bei diesem plötzlichen Anstieg der Bevölkerung war die Wohnraumbeschaffung.  Im Jahre 1939 standen jedem Einwohner Wittgensteins noch 9,5 qm Wohnfläche zur Verfügung.  Im Jahre 1946 verringerte sie sich auf 6 qm.  Für die mehr als 40.000 Menschen standen in diesem Jahr nur 19.908 Zimmer zur Verfügung.  Diese Räume waren teilweise sogar nur kleine und kleinste Kammern oder

Durchgangszimmer.  Viele Vertriebene brachte man in Baracken, Nissenhütten und anderen Notquartieren unter.  Am 13.  Dezember 1946 wurde festgestellt, dass von den 8.09 Flüchtlingen nur 3.496 in ordnungsgemäßen Wohnungen und 4.511 in Einzelquartieren untergebracht waren.

Das andere große Problem war die Beschaffung von Arbeitsplätzen.  Wie sollte das an sich schon arme Wittgenstein so viele Menschen plötzlich Arbeit geben?  Viele der Vertriebenen gingen damals, wenn es nur eben möglich war, als Hilfskräfte in die Landwirtschaft, um sich wenigstens das Essen zu verdienen.  Ein großer Teil fand Oberhaupt keine Arbeit.  So kamen am 13.  Dezember 1946 von den 8.09 Vertriebenen für den Arbeitseinsatz 2.720 in Frage, aber nur 1921 standen in einem Beschäftigungsverhältnis.  In der Landwirtschaft waren etwa 1.375 ohne feste Entschädigung tätig.  Später besserte sich zwar die Lage etwas, aber da war es auch längst nicht so weit, dass jeder in seinem alten Beruf arbeiten konnte oder auch nur jeder Arbeit hatte.

Als nach der Währungsreform die Industrie wieder aufzublühen begann, gab es mehr Arbeitsplätze.  Nun konnten auch immer mehr Menschen wieder in ihrem Beruf unterkommen.  Nur für die Landwirte war es weiterhin unmöglich.  Wo sollte auch das Land hergenommen werden, um ihnen wieder einen Hof zu beschaffen?  Der Ankauf von Ackerfläche war unmöglich, da einerseits das notwendige Kapital fehlte und andererseits die landwirtschaftlichen Betriebe hier selbst so klein waren, dass sie kein Land abgeben konnten.  Die Aussicht, einmal einen eigenen Hof zu erwerben, war also kaum vorhanden.  Es bestand aber bei allen Landwirten der verständliche Wunsch, wieder einen eigenen Besitz zu bewirtschaften.  Der Bauer, der zu Hause immer nur auf dem eigenen Grundstück gelebt hatte, brauchte einfach wieder etwas Eigenes, ein Stück Land, das er bearbeiten konnte.  Es musste ja nicht gleich wieder ein Hof sein wie früher.  Es genügte ein kleiner Acker, auf dem er etwas anbauen konnte und durch den die fast lebensnotwendige Verbundenheit mit dem Boden wieder hergestellt wurde.

Um nun wenigstens im Rahmen des Oberhaupt Möglichen Land beschaffen zu können, wurde am 16.  Mai 1949 das "Gesetz über die Durchführung der Bodenreform und Siedlung in Nordrhein-Westfalen", kurz "Bodenreformgesetz' genannt, erlassen.  Dieses Gesetz bezweckte die Abgabe bzw.  Enteignung von Teilen größeren Besitzes für die Beschaffung von Siedlungsland.  In Wittgenstein waren von diesem Gesetz nur die beiden Fürstenhäuser in Berleburg und Laasphe betroffen, die auch sofort Gelände für Siedlungszwecke zum Kauf freigaben.  Im Februar 1951 wurden dann von den zuständigen Stellen die in Frage kommenden Flächen besichtigt.  Da aber einige von vornherein als ungeeignet ausschieden, blieben nur die in Ludwigseck und Röspe übrig.
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Das Gelände in Röspe

Das Siedlungsgelände in Röspe liegt am Südhang des Breiten-Berges, der im Süden von der Röspe und im Osten von der Eder umflossen wird.  Günstig ist, dass im Norden und Osten hohe Berge dieses Gebiet umgeben und nach Süden das offene Edertal liegt.  Ungünstig wirkt sich das nach Westen offene Röspetal aus, da durch diese die hier vorherrschenden und das schlechte Wetter bringenden Westwinde ungehindert vom Rothaarkamm bis nach Röspe gelangen können.  So ist es auch hier nicht verwunderlich, dass Röspe neben dem Astengebiet zum regenreichsten Teil Wittgensteins und des gesamten Rothaargebierges gehört.

Bei einem Begutachtungstermin am 18. April 1952 wurde nun genau geprüft, ob sich das hier vorhandene Land auch wirklich für die Errichtung von Siedlerstellen eignete.  Das Urteil fiel in allen zur Debatte stehenden Punkten zu Gunsten einer Besiedelung aus.  Das Gelände liegt an einem Südhang, ist nicht zu hängig, und die Grundwasserverhältnisse ließen sich noch verbessern.  Zur Wasserversorgung sind in der Nähe Quellgebiete vorhanden, die Abwasserbeseitigung war möglich, Stromversorgung und Zuwegung waren ebenfalls nicht zu schwierig.  Die Witterungsverhältnisse sind zwar nicht gerade sehr gut, aber die Frostgefahr, die durch den fehlenden Schutz an der Westseite im kalten Röspetal auf dem Talboden ziemlich groß ist, ist für das Siedlungsgelände, das sich in einer mittleren Hanglage befindet, nicht so bedeutend.  Die Überprüfung des Bodens ergab, dass es sich vorwiegend um einen Verwitterungsboden aus devonischem Schiefer handelt, der in Ermangelung jüngerer Ergussgesteine allgemein basenarm ist.  Die Bodenwertzahlen liegen bei etwa 30 und entsprechen so den mittleren Werten in Wittgenstein. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Erwerb des Geländes und Planung der Siedlung

Die Deutsche Bauernsiedlung GmbH in Düsseldorf, die als Träger des Siedlungsvorhabens Röspe vorgesehen war, musste das Baugelände von der Fürstlichen Verwaltung in Berleburg erwerben.  Bevor der Kauf aber getätigt werden konnte, war noch die in dem "Gesetz über die Genehmigung von Siedlungen" vorgeschriebene Ansiedlungsgenehmigung von der Siedlungsbehörde (für Röspe das Kulturamt in Siegen) erforderlich.  Das Gesetz besagte, dass die Zustimmung der Kulturbehörde erteilt werden musste, wenn außerhalb einer im Zusammenhang gebauten Ortschaft

Wohnungen errichtet werden sollten.  Das war hier der Fall, denn bis dahin standen in der Nähe des Siedlungsgeländes lediglich vier Häuser: Das Forsthaus am Eingang des Zinse-Tales, das frühere Fürstliche Jagdhaus, später einfach "Herrenhaus" genannt, zwischen Zinse-Bach, Röspe-Bach und der Landstraße nach Birkelbach gelegen, sowie die beiden nach dem Krieg entstandenen Waldarbeiterhäuser von Karl Achert und Hermann Birkelbach an der Landstraße nach Rüspe.  Die Zustimmung wurde schon am 22.  Juli 1952 gegeben, weil die Ansiedlung an einem jederzeit offenen befahrbaren Weg liegt und weil sie den Schutz der Nutzungen benachbarter Grundstücke nicht gefährdete.

Die Verhandlungen zum Erwerb des Landes zwischen der Deutschen Bauernsiedlung und der Fürstlichen Verwaltung liefen ungeachtet der Begutachtung des Geländes und der Ansiedlungsgenehmigung schon seit dem Frühjahr des Jahres 1952.  Aber erst ein Jahr später, am 17.  März 1953, wurde der erste Kaufvertrag über den Erwerb von 30,8191 ha mit der Fürstlichen Verwaltung geschlossen.  Bereits am 27.  Oktober 1953 konnte man weitere 0,5908 ha, am 23.  September 1955 das Herrenhaus mit einer Fläche von 0,5686 ha und schließlich am 10.  Dezember 1958 nochmals 0,0541 ha zur Vergrößerung des Schulgrundstückes von der Fürstlichen Verwaltung kaufen.  Dazu kamen am 26.  November 1954 noch 0,1765 ha von einem Landwirt aus Birkelbach für die Errichtung der Kläranlage, am 10.  Januar 1957 0,9080 ha Wiesengelände von der Kirchengemeinde Birkelbach und am 29.  September 1959 0,414 ha Land von der Bundesbahn.  Zusammen wurden also mehr als 33 ha Land für die Errichtung der Siedlung Röspe erworben.  Die Deutsche Bauernsiedlung als gemeinnütziges Siedlungsunternehmen erhielt von der Siedlungsbehörde den Auftrag, in Röspe eine Siedlung mit landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen zu bauen. Die Landeskulturverwaltung führte die Finanzierung durch und überwachte das Siedlungsverfahren.

Vorgesehen waren neben der Maschinenstelle mit etwa 3,5 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche 24 Stellen mit etwa 0,2 ha und 11 mit 1,5 ha.  Die 11 größeren waren als Kuhhalterstellen geplant und die Stallungen entsprechend ausgebaut.  Für die 24 kleineren Siedlerstellen war nur eine Kleinviehhaltung vorgesehen.  So wurde dort nur ein Hühnerstall und ein Schweinestall mit zwei Boxen eingerichtet.  Auch die Lagerräume für Ernte und Vorräte brauchten nicht so viel zu fassen wie die der größeren Stellen.  Die Maschinenstelle sollte mit einer großen Scheune gebaut und mit den notwendigen Landmaschinen ausgestattet werden.  Sie war als Vollerwerbsstelle gedacht.  Da die übrigen Siedler für ihre kleinen Betriebe keine Maschinen anschaffen konnten, sollte der Inhaber der Maschinenstelle diesen gegen ein entsprechendes Entgelt, mit seinen Maschinen den Acker bearbeiten.

Eine Siedlung mit 250 bis 300 Einwohnern, wie sie in Röspe vorgesehen war, brauchte auch ein Geschäft, das die Einwohner mit den notwendigen Lebensmitteln versorgen konnte.  Es sollte ungefähr im Mittelpunkt der Siedlung gebaut werden.  Zu dem Geschäft gehörte auch eine Gastwirtschaft, sodass beides zusammen einem Siedler eine sichere Existenz bieten konnte.

Auch eine Schule wurde für die Siedlung vorgesehen.  Man hatte zuerst eine zweiklassige Volksschule mit separatem Lehrerhaus geplant, baute dann aber nur eine einklassige. In der Nähe des Geschäftes sollte auch sie möglichst zentral liegen. Ursprünglich hatte man sogar einmal an den Bau eines Kindergartens gedacht, dessen Räume auch für Notgottesdienste beider Konfessionen benutzt werden sollten.  Als aber die Gemeinde Birkelbach, die anfangs die Siedlung Röspe übernehmen wollte, davon hörte, lehnte sie die Übernahme des Kindergartens ab.  So wurde der Bau des Kindergartens gestrichen.

Da der nächste Friedhof in Birkelbach zu weit entfernt war, wurde auch die Anlage eines Friedhofes in Röspe vorgesehen.  Eine Poststelle dagegen hielt man nicht für erforderlich.

Das Siedlungsgelände selbst besteht aus drei Einzelflächen.  Das Wiesengelände zwischen dem Röspebach und der Landstraße nach Röspe schied für eine Bebauung mit Häusern aus.  In dem kleineren Westteil sollten nur sechs größere Kuhhalterstellen entstehen.  Ein Teil des Landes dort war als Anliegerland vorgesehen.  Alle übrigen Häuser sollten im Ortstell des Siedlungsgeländes gebaut werden.

Die gesamte Dorfanlage richtete sich nach dem Gelände.  Da das sehr weit auseinander gezogen ist und außerdem an einem Hang liegt, wurden die Straßen an diesem Hang entlanggeführt.  Nur eine Straße zieht sich etwas den Berg hinauf.  Einen eigentlichen Dorfkern gibt es nicht.  Die Siedlung wurde so geplant, dass sie sich dem Landschaftsbild gut einfügt.  Straßen- und Obstbäume sollten das Bild der Siedlung etwas beleben.  Da aber die Bäume noch Zeit zum Wachsen brauchten, wurde für die Anfangszeit eine Waldkulisse, die ein wenig in das bebaute Gelände hineinragte, stehen gelassen.  Die Schule wurde nach späteren Planungen nicht mehr an dem vorgesehenen Platz erbaut, und so war das Geschäft mit der Gastwirtschaft das einzige, was man vielleicht als Mittelpunkt von Röspe bezeichnen konnte, so weit man bei der Anlage der Siedlung Oberhaupt von einem Mittelpunkt sprechen kann. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Erschließung des Geländes

Die Wiesen am Röspe-Bach waren schon vor dem Ankauf durch die Deutsche Bauernsiedlung Grünland und wurden auch weiter als solches bewirtschaftet.  Die Grundstücke an der Waldstraße sowie die einzelnen Parzellen an der Talseite der Straße "Am Sonnenhang" waren ebenfalls schon vor dem Bau der Siedlung Ackerland.  Die gesamte andere Siedlungsfläche war früher Wald und wurde von der Deutschen Bauernsiedlung als Kahlschlagsfläche aufgekauft.  So mussten mit Hilfe von Seilwinden etwa 3/4 des Siedlungsgeländes erst gerodet werden, denn so groß war der Anteil des Kahlschlages an der Gesamtfläche.  Die Engländer, als damalige Besatzungsmacht, hatten hier nach dem Kriege zur Abholzung des Fichtenbestandes deutsche Kriegsgefangene eingesetzt.  Weil diese sich die Arbeit aber so bequem wie möglich machen wollten, hatten sie die Bäume nicht dicht am Erdboden, sondern in etwa einem Meter Höhe abgeschnitten.  So ragten überall ungewöhnlich hohe Stöcke aus der Erde.

Am 28.Oktober 1952 erklärte sich die Fürstliche Verwaltung damit einverstanden, dass die Deutsche Bauernsiedlung schon vor Abschluss des Kaufvertrages mit den Rodungsarbeiten beginnen könne.  So wurde das Siedlungsverfahren dadurch nicht unnötig verzögert, und die Deutsche Bauernsiedlung konnte schon im Sommer 1953 mit dem Bau der Häuser beginnen.

Da die Bodenbeschaffenheit beim Ankauf noch zu wünschen übrig ließ, wurde bis zum Einzug der Siedler von der Deutschen Bauernsiedlung eine Zwischenwirtschaft eingeschaltet. Vorher war jedoch noch an mehreren Stellen eine Dränage nötig. So war es vor allem erforderlich, die Wasserverhältnisse an dem Wiesengelände zu verbessern.  Aber auch auf den Kahlschlägen musste etwas gegen das 'Druckwasser aus dem Berg unternommen werden. Zur Bodenverbesserung selbst wurde sowohl eine Gründüngung als auch eine Düngung mit Kunstdünger durchgeführt.

Bevor mit dem Bau der Siedlung begonnen wurde, mussten erst einmal die Wege und Straßen geplant und vermessen werden.  Dabei konnte man sich weitgehend an die vorhandenen Holzabfuhrwege halten.  Nur ein Weg, der etwa an der Siedlerstelle 33 (Haus Urner) vom Alleeweg abzweigte und noch steiler als dieser den Berg hinauf quer durch die Felder verlief, wurde beidseitig und die Straße "Am Sonnenhang" dafür völlig neu geplant und gebaut.  Auch der Fußweg zwischen "Alleeweg" und "Am Sonnenhang" wurde neu angelegt.  Die vorhandenen Wege mussten aber erst noch ausgebaut und befestigt werden.  Dazu waren wiederum bedeutende Erdbewegungen erforderlich, da die Wege teilweise in das Gelände eingeschnitten werden mussten.  Als Erstes wurden Sie dann mit einer Packlage versehen, die später als Unterbau für die Straßen dienen sollte. Vorläufig ließ man es aber dabei bewenden und benutzte die so provisorisch befestigten Wege als Baustraßen.  Später wurden sie, wie geplant, von der Siedlungsgesellschaft als wassergebundene Straße ausgebaut und das untere Stück des Alleeweges bis zur Kreuzung zusätzlich geteert.  Nach der Übernahme der Siedlung durch die Gemeinde Birkelbach sorgte diese dafür, dass alle Straßen im Jahre 1958 eine Teerdecke erhielten.  Vier Jahre später wurden sämtliche Decken erneuert, sodass die Siedlung Röspe seitdem gute Straßen besitzt.

Zur besseren Orientierung hatte man die Wege gleich benannt.  Sie hießen Eisenbahnweg, Waldweg, Kapellenweg und Schulweg.  Da die Siedler von der Existenz dieser Namen nichts wussten, nannten sie die Straßen Stettnier, Marlenburger, Breslauer und Königsberger Straße.  Mit der Neugliederung der Gemeinden am 1.1.1975 erhielten die Straßen wiederum neue Namen.  Sie hießen jetzt Rösper Weg, Waldstraße, Alleeweg und am Sonnenhang.  Seit Juli 1976 heißt die Straße "Am Sonnenhang" auch "Waldstraße".

Für die Wasserversorgung wurde im Gebiet der "Mittlere Darre" oberhalb des westlichen Siedlungsteils in einer Höhe von etwa 570 in zwei Quellen gefasst.  Anfangs floss das Wasser von der Quellfassung sofort in Leitungen, doch wurde im Jahre 1955 dann ein Hochbehälter gebaut.  Dieser fasst 50 cbm Wasser, das in 25 cbm Verbrauchsreserve und 25 cbm Feuerlöschreserve aufgeteilt ist.  Man war nach vorherigen Messungen im verhältnismäßigen trockenen Sommer 19 5 3 der Meinung, dass diese Quellen den täglichen Bedarf von 25 cbm decken würden, doch brach in dem sehr trockenen und heißen Sommer des Jahres 1959 die Wasserversorgung der Siedlung vollkommen zusammen.  Bis in den Dezember hinein musste sich die Bevölkerung mit Wasser aus den nahe gelegenen Bächen versorgen.  Nach ergebnislosen Schürfungen oberhalb der bestehenden Gewinnungsanlage wurde eine Pumpstation am nächsten Bach westlich der Siedlung am Ende des Rüsper Weges gebaut, da dieser noch während der Trockenzeit täglich etwa 30 cbm Wasser lieferte.  Die Pumpe schaltete sich bei Wassermangel automatisch ein und pumpte das Wasser direkt in die Wasserleitung.  Langfristig stellte sich aber heraus, dass auch diese Maßnahme nicht ausreichte.  So beschloss der am 28.  Juni 1962 gegründete Wasserbeschaffungs- und Entwässerungsverband im Jahre 1973, mit Hilfe einer Senderzahlung aller Siedler eine neue Wasserleitung zur zusätzlichen Wasserbeschaffung zu bauen.  Dazu wurde 1973 eine Quelle auf der gegenüberliegenden Seite des Edertals am " Oligsborn " (Odinsborn) gefasst und eine Leitung quer durch das Edertal zum Ostende der Siedlung gebaut.  Dort entstand in den Jahren 1974/75 wiederum eine Pumpstation, die seit Anfang 1976 betriebsbereit ist und das dort aufbereitete Wasser bei Bedarf automatisch über die Versorgungsleitungen in den Hochbehälter pumpt und somit die Wasserversorgung endgültig sichern soll.  Die Pumpstation am Ende des Rüsper Weges wurde in diesem Zuge stillgelegt und die Verbindungsleitung abgesperrt.

Für die Abwasserbeseitigung der Siedlung konnte wegen der gegebenen Geländeverhältnisse keine Kläranlage für die gesamte Siedlung gebaut werden, sondern die beiden getrennten Ortsteile erhielten eine eigene mechanisch-biologische Anlage.  Darin wurden die in der Siedlung anfallenden Abwässer gründlich geklärt, bevor sie in den Röspe-Bach eingeleitet wurden.  In den 80er Jahren konnte die Kläranlage die Anforderungen an die Wassergüte nicht mehr erfüllen.  Sie wurde 1988 stillgelegt und anschließend vollständig abgetragen.  Die Abwässer werden nun in der neuen Kläranlage an der Eder gereinigt.

Bei der Elektrizitätsversorgung wurde in Röspe neben den üblichen Freileitungen eine Straße (Waldstraße Ost) versuchsweise über ein Erdkabel versorgt.  Dieser Versuch hatte sich bestens bewährt, da diese Kabel gegen Witterungseinflüsse kaum anfällig sind und zudem das Landschaftsbild nicht stören.  Die Verkabelung in dieser Straße wurde auch beibehalten, als im Frühjahr 1962 eine Straßenbeleuchtung für die Siedlung angelegt wurde.

Bei Ankauf des Siedlungsgeländes von der Fürstlichen Verwaltung hatte die Deutsche Bauernsiedlung die Verpflichtung übernommen, das Gelände durch einen rot- und schwarzwildsicheren Zaun gegen den Besitz der Fürstlichen Verwaltung abzuschirmen.  Dieser Zaun wurde auch in einer Länge von rund 2000 in errichtet.  Die Unterhaltung des Zaunes übernahm gegen eine Ablösesumme die Fürstliche Verwaltung, sodass die Siedler entgegen den ursprünglichen Plänen damit nicht mehr belastet wurden. Etwas überraschend ist die Tatsache, dass Röspe, obwohl von Anfang an nach Birkelbach und Erndtebrück orientiert, telefonisch zum Ortsnetz Aue gehört.  Die Erklärung dafür ist jedoch recht einfach: Als das Forsthaus einen Telefonanschluss erhielt, entschied man sich damals für das Ortsnetz Aue, weil ja auch der wichtigste Gesprächspartner, nämlich das zuständige Forstamt, seinen Sitz in Aue hatte.  Als dann nach dem Bau der Siedlung weitere Telefonanschlüsse dazukamen, wurden diese einfach mit an das Ortsnetz Aue angeschlossen. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Bau der Siedlung und ihre Entwicklung

Die Arbeiten, die zur Durchführung des Siedlungsvorhabens nötig waren, wurden nach Möglichkeit an Wittgensteiner Handwerker und Unternehmer vergeben.  So wurde neben der Wohnraumbeschaffung für Vertriebene auch gleichzeitig die Wirtschaft in Wirttgenstein gefördert.

Mit dem Bau der Siedlerstellen selbst sollte schon im Juni 1953 begonnen werden, vorausgesetzt, dass bis dahin die Ansiedlungsgenehmigung von der Landeskulturbehörde vorlag. Ohne Ansiedlungsgenehmigung konnte auch die Baugenehmigung vom Kreisbauamt nicht erteilt werden.  Vor Baubeginn mussten außerdem auch der Einteilungs- und Verwertungsplan und der Finanzierungsplan von der Landeskulturbehörde genehmigt sein.  Die Anträge auf Erteilung dieser Genehmigungen wurden von der Deutschen Bauernsiedlung aber erst im Juni 1953 gestellt, sodass mit dem Baubeginn erst später zu rechnen war. Um die Bauarbeiten aber so wenig wie möglich zu verzögern, wurde bereits am 29.  Mai 1953 der erste Spatenstich getan und mit dem Bau der Straßen und Wege begonnen. Das war möglich geworden, weil Rodungsvorarbeiten, die am 1. Juni fertig sein sollten, schon vor Ablauf der Frist beendet werden konnten.

Mit dem Bau der Häuser wurde, wenn auch etwas verzögert, noch im Sommer 1953 begonnen.  Da sehr viele Firmen an der Ausführung beteiligt waren, konnten die gesamten Siedlungshäuser in einem einzigen Bauabschnitt und in einer außerordentlich kurzen Zeit hochgebracht werden.  Schon am 28.  Oktober 1953 waren 35 von den 37 Häusern richtfertig, und es konnte das Richtfest gefeiert werden.  Noch vor Beginn des Winters wurden die Dächer mit Schiefer beschlagen, um die Häuser vor dem Eindringen des Regens und des Schmelzwassers im Frühjahr zu schützen.  Dann konnten die Innenarbeiten ausgeführt werden.  Die elektrischen Leitungen und sanitären Anlagen wurden installiert, Türen und Fenster eingesetzt und die Wände verputzt. Der Ausbau des Geschäftes und der Gastwirtschaft wurde besonders schnell vorangetrieben. So konnten die Inhaber dieser Stelle, die Familie Hahn, schon am 29.  April 1954 als erste Siedler in Röspe einziehen. Im Mai wurde dann auch schon behelfsmäßig der Geschäftsbetrieb in einigen Räumen des Wohnhauses aufgenommen, da die Räume für Geschäft und Gastwirtschaft noch nicht fertig waren.  Im Laufe des Sommers 1954 zogen dann auch alle übrigen Siedler in Röspe ein.

Die Einweihung der Siedlung fand am 19. September 1954 in Verbindung mit der Feier zum "Tag der Heimat" des Kreisverbandes Wittgenstein des "Bundes vertriebener Deutscher" (BvD) statt.  Dazu war auf den Wiesen an der Röspe, unterhalb der Straße nach Aue, ein großer Festplatz hergerichtet worden, und die gesamte Siedlung war festlich geschmückt.  Mit vielen Bussen kamen die Vertriebenen aus allen Teilen des Kreises nach Röspe, um an der Feier tellzunehmen und die neue Siedlung zu besichtigen.

Noch im Herbst des Jahres 1954 wurden die letzten Erdarbeiten ausgeführt.  Dazu gehörten das Ausheben der Straßengräben, der Bau der Zufahrten von den Straßen zu den Häusern, das Verlegen der letzten Kanallsationsrohre und die Planierungsarbeiten um die Häuser.

Neben den beiden Haustypen, die zu den Nebenerwerbsstellen gehören, wurden in Röspe auch einige ihrem Zweck entsprechend abweichend gebaute Häuser errichtet.  Die Maschinenstelle (Nr. 37), die mit allen notwendigen Landmaschinen ausgestattet werden sollte und die außerdem mehr Land hatte als alle anderen Stellen, erhielt eine große Scheune, um die größeren Vorräte unterbringen und die Maschinen abstellen zu können.

Die Gastwirtschaft musste natürlich die nötigen Wirtschafts-, Geschäfts- und Lagerräume erhalten. Das von der Deutschen Bauernsiedlung am 29. September 1955 aufgekaufte Herrenhaus wurde zwar als Siedlerstelle vergeben, gehörte aber nicht zum eigentlichen Siedlerprogramm in Röspe.  So liegt dieses Gebäude auch außerhalb der Siedlung und hat keinerlei Ähnlichkeit mit den übrigen Häusern.  Da es in dem Zustand, in dem es gekauft und als Siedlerstelle vergeben wurde, für Wohnzwecke nicht geeignet war, wurde es gleich nach der Übernahme von dem Siedler Wende in den Jahre 1955/56 umgebaut.  Die äußere Form des Gebäudes blieb dabei erhalten.  Innen aber wurden die großen Räume und Flure des alten Jagdhauses in brauchbare Wohnungen ungestaltet; dadurch konnte noch Wohnraum gewonnen werden.

Als letztes der von den übrigen Häusern abweichenden Gebäude baute man in den Jahren 1958/59 die Schule.

Eine Poststelle sollte Röspe, wie schon gesagt, nicht bekommen.  Die Siedler stellten aber bei der Bundespost einen Antrag, wenigstens eine Posthilfsstelle mit einem öffentlichen Fernsprecher einzurichten.  Das geschah auch am 30.  November 1959, doch wurde sie bereits am 31.  März 1967 wieder geschlossen.  Diese Posthilfsstelle befand sich zuerst im Hause Schönfelder und die letzten 5 Jahre im Hause Reimann.

Bald nach dem Einzug merkten die Siedler, dass die Häuser mit einer ganzen Anzahl kleinerer und größerer Mängel behaftet waren.  Nach teilweise recht langwierigen Verhandlungen zwischen den Siedlern und der Deutschen Bauernsiedlung wurden sie aber bis zum Jahre 1959 schließlich beseitigt. Die Abnahme der Gebäude erfolgte am 25. und 26. Oktober 1956.  Bei dieser Verhandlung verpflichtete sich die Siedlungsgenossenschaft, die noch vorhandenen Mängel zu beseitigen.  Daraufhin übernahmen die Siedler die Stellen mit der ausdrücklichen Bestätigung, dass sie sich in ordnungsgemäßen Zustand befänden.

In Röspe wurden zwei Haustypen gebaut.  Der eine war für die Kuhhalterstellen gedacht und als Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung errichtet worden.  Der andere Typ war das Doppelhaus, das ebenfalls mit Einliegerwohnungen gebaut wurde und zu den kleineren Siederstellen mit weniger Land gehörte.  Die Kuhhalterstellen wurden ausschließlich am Rüsper Weg und am Alleeweg gebaut, da hier die benötigten Ackerflächen vorhanden waren.  An den beiden anderen Straßen stehen die Doppelhäuser mit weniger Land.

Gebaut wurde, in Angleichung an die wittgensteiner Verhältnisse, im Fachwerkstil mit schiefergedecktem Dach und teilweise schieferbeschlagenen Außenwänden.  Die Wohnungen der Siedler waren mit 56 qm in den Einzel- und 53 qm in den Doppelhäusern nicht viel größer als die Einliegerwohnungen mit 40 qm.  Zwar waren damals alle in Röspe einziehenden Familien damit zufrieden, kamen sie doch oft aus weit kleineren Wohnungen, doch haben inzwischen die Siedler ihren Wohnraum durch An- und Umbau oder Einbeziehung der Einliegerwohnung erheblich vergrößert.

Die weiteren ab 1968 gebauten Häuser ähneln nicht alle den Siedlungshäusern, was aber das Gesamtbild nicht stört.  In den ersten 20 Jahren ihres Bestehens ist die Siedlung Röspe, abgesehen von dem ohnehin geplanten Bau der Schule, nur um drei Häuser, in den weiteren 20 Jahren auch wieder nur um 4 Häuser gewachsen.  Das mag zum großen Teil daran liegen, dass die Siedlung doch als zu kleiner Ortsteil zu weit vom nächsten Ort entfernt ist.  Dazu kommt, dass sowohl Gastwirtschaft (April 1970) wie auch Geschäft (Juni 1971) und Schule (Juli 1968) geschlossen wurden.  Auch die Maschinenstelle erfüllte nicht lange ihren Zweck.  Einmal gaben viele Siedler den landwirtschaftlichen Nebenerwerb schon bald auf, zum anderen schafften einige selbst kleine Maschinen an, um selbstständig wirtschaften zu können. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Finanzierung

Das wichtigste für die Durchführung eines Siedlungsvorhabens ist neben der Landbeschaffung immer die Finanzierung.  So ging die Deutsche Bauernsiedlung auch sofort nach dem Kauf des Landes im Frühjahr 1953 daran, sich um die nötigen Gelder zu bemühen.  Zunächst wurde ein Kostenvoranschlag aufgestellt, der sich auf 1.393. 1 00,00 DM belief.

Gedeckt werden sollten diese Kosten durch

808.700,00 DM Baukredit,

153.300,00 DM Besiedlungskredit,

274.500,00 DM vorläufige Verfahrensbeihilfe und

156.600,00 DM Anzahlung.

Der Baukredit wurde für die Häuser mit Einliegerwohnungen gegeben, so dass sich die Siedler verpflichten mussten, diese 10 Jahre lang an Vertriebene zu vermieten. Die Höhe der Kredite und Beihilfen änderte sich während der Durchführung des Siedlungsverfahrens noch erheblich, da immer wieder unvorhergesehene Schwierigkeiten auftraten und das Verfahren verteuerten.

Der Gesamtkaufpreis der Siedlerstellen in Röspe betrug schließlich 1.389.100,00 DM.

Dazu kamen noch 760.000,00 DM Beihilfen aus Siedlungsmitteln von Land und Bund für die Erschliessungskosten.

Die Gesamtkosten für den Bau der Siedlung betrugen also rund 2.150.000,00 DM, wovon die Erschliessungskosten allein etwa 1.000.00,00 DM erreichten.  Die reinen Baukosten betrugen für die kleineren Siedlerstellen 28.500,00 DM, die größeren Siedlerstellen 31.000,00 DM.  Da ein Teil der Erschliessungskosten aber umgelegt werden mußte, betrug der Kaufpreis schließlich

für: die kleinen Stellen        33.000,00 DM bis 34.000,00 DM,

die großen Stellen              37.000,00 DM bis 38.000,00 DM.

Die Kosten und Preise für die Gastwirtschaft und die Maschinenstelle entsprechend höher.

Weil die Siedler größtenteils Rodeland übernahmen und durch die Übernahme der Stellen selbst anfangs noch hohe Belastungen durch die Einrichtung der Häuser und durch Herrichten der Grundstücke hatten, wurde ihnen ein Freijahr und ein Schonjahr gewährt.  In dem Freijahr sollten sie keinerlei Abzahlungen zu leisten haben, in dem folgenden Schonjahr nur die Hälfte der späteren jährlichen Abgaben.  In Röspe lagen aber so schwierige Verhältnisse vor, dass den Anträgen der Siedler auf Gewährung eines zweiten Freijahres an Stelle des Schonjahres stattgegeben wurde.  Die während dieser Freijahre aus den Einliegerwohnungen eigenommene Miete mußte zum Ausbau der Siedlerstellen verwendet werden.

Die Finanzierung des Herrenhauses geschah ähnlich der anderen Siedlerstellen.  Dieses Haus wurde am 23.  September 1955 von der Bauernsiedlung erworben und dem Fuhrunternehmer Hermann Wende, der ursprünglich die Siedlerstelle Nr. 1 übernommen hatte, als neue Stelle übergeben. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Auswahl der Siedler und Übereignung der Siedlerstellen

Für den Erwerb einer Siedlerstelle war der Besitz eines Siedlereignungsscheines Voraussetzung.  Diesen konnten Vertriebene und Sowjetzonenflüchtlinge erwerben, die aus der Landwirtschaft stammten oder nach der Vertreibung überwiegend in der Landwirtschaft tätig waren.  Der Besitz des Siedlereigungsscheines, der von der Siedlerberatungsstelle in Arnsberg ausgestellt wurde, verlieh jedoch keinem Siedlungsbewerber Anspruch auf eine Siedlerstelle.

Neben dem Besitz des Siedlereigungsscheines mussten die Siedler auch noch andere Bedingungen erfüllen.  Dazu gehörte, dass sie körperlich, geistig und charakterlich den Anforderungen zur Bearbeitung der Siedlerstelle gewachsen sein mussten.  Sie sollten verheiratet sein, Kinder haben und durch Sparsamkeit und Sparsinn sollte der Siedlungswille zum Ausdruck gebracht worden sein.

Anfangs war geplant, dass 2/3 der Siedler Vertriebene und 1/3 Einheimische sein sollten.  Die Gemeinde Birkelbach bat die zuständigen Stellen, möglichst viele Einheimische aus dem Kirchspiel Birkelbach zu berücksichtigen.  Von den Bewerbern konnte aber nur einer den Siedlereigungsschein aufweisen.

Für die Finanzierung der Siedlerstellen war es wichtig, dass die Bewerber lastenausgleichsberechtigt waren. Die Vertriebenen konnten diese Bedingung ausnahmslos erfüllen.  Dagegen war das bei dem einheimischen Bewerber nicht gegeben.  Er brachte dafür ein Arbeitgeberdarlehn und ein Zusatzdarlehn mit.  Da mehr Bewerber als Siedlerstellen vorhanden waren, sollte eine Auswahl unter ihnen getroffen werden.  Die Interessenten meldeten sich also bei der Deutschen Bauernsiedlung und baten um die Zuweisung einer Siedlerstelle.  Die Bauernsiedlung traf dann die Auswahl und schlug die ausgewählten Bewerber dem Kreissiedlungsamt vor, in dessen Händen erst die letzte Entscheidung lag.  Am"14.  Januar 1954 sollte die endgültige Auswahl der,Siedler und gleichzeitig die Stellenvergabe vorgenommen werden.  Da aber plötzlich sechs Bewerber verzichteten, blieben drei Stellen unbesetzt.  So konnten alle anderen Bewerber berücksichtigt werden.  Die letzten drei Stellen wurden erst im Laufe des Sommers 1954 vergeben.

Da die Siedler, von einer Ausnahme abgesehen, alle Heimatvertriebene waren, konnte man die Siedlung Röspe beinahe als reine Vertriebenensiedlung bezeichnen.  Bei der Stellenverteilung vergab man an jede Siedlerstelle bestimmte Landflächen, die sich zwar in der Größe unterschieden, aber genau festgelegt waren.  Einige Grundstücke hatte man vorerst keiner Siedlerstelle direkt zugeordnet.  Sie blieben als Bauland, Anliegerland oder Reserveland vorgesehen, wurden aber später auch noch aufgeteilt.  Da ursprünglich für das Lehrerhaus gedachte Grundstück im Winkel Alleeweg/Waldstraße verkaufte man 1961 dem Inhaber der angrenzenden Gastwirtschaft Hahn. Das für den Schulbau vorgesehene gegenüberliegende Grundstück wurde im Frühjahr 1957 aufgeteilt und die Schule mit Lehrerhaus später auf dem Bauland am Ende der Waldstraße errichtet.  Nachdem die Siedler im Sommer 1954 eingezogen waren, übergab ihnen die Deutsche Bauernsiedlung am 1. Oktober offiziell die Siedlung.  Am 21.  Oktober wurde auch gleich ein Vorvertrag zwischen den Siedlern und der Siedlungsgesellschaft geschlossen.  Drei Jahre später sollte die Überschreibung der Stellen erfolgen.  Aber erst am 15.  Dezember 1960 konnte schließlich der Kauf- und Siedlungsvertrag unterzeichnet werden.  Damit gingen die Siedlerstellen endlich in das Eigentum der Siedler über. Die Deutsche Bauernsiedlung hat seitdem keine Eigentumsrechte. mehr.  Für sie wurde aber bei der Umschreibung im Grundbuch für alle Siedlerstellen ein Wiederkaufsrecht für die Dauer von 30 Jahren eingetragen.

Vertraglich festgehalten wurde auch, dass zur Abveräusserung von Teilen der Siedlerstellen - also Verkauf, Schenkung oder andere rechtliche Änderungen im Eigentumsverhältnis - und zur Teilung eines Grundstückes, das zur Siedlerstelle gehört, die Genehmigung des Landesamtes Westfalen für Flurbereinigung und Siedlung erforderlich ist. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Kommunale Zugehörigkeit

Bei der Planung Siedlung Röspe hatte man sich noch keinerlei Gedanken darüber gemacht, ob die Siedlung einmal der Gemeinde Birkelbach angegliedert werden oder ob eine selbstständige Gemeinde Röspe entstehen sollte.  Die Frage bei der kommunalen Zugehörigkeit von Röspe wurde erst am 20.  Mal 1953 in einem Schreiben der Kreisverwaltung an den Regierungspräsidenten in Arnsberg aufgeworfen.  Dieses Problem musste aber auf jeden Fall gelöst werden, da die Siedlung im Gutsbezirk lag und aus diesem unter allen Umständen ausgegliedert werden musste.  Die Einwohner der Siedlung hätten sonst nämlich nicht am demokratischen Leben teilnehmen können, da das nur Bürgern einer Gemeinde möglich ist.  Nach der Gemeindeordnung NRW vom 28.  Oktober 1952 ist aber nur Bürger, wer das Bürgerrecht in der Gemeinde besitzt.  Die Einwohner von Röspe wären aber keine Bürger einer Gemeinde gewesen, wenn Röspe im Gutsbezirk verblieben wäre.

Bei der Lösung dieses Problems begann ein heftiges Tauziehen.  Nach ursprünglicher Zusage im Jahre 1953 lehnte es die Gemeinde Birkelbach am 14.  September 1954 ab, Röspe einzugemeinden, weil ihr dadurch unzumutbare Belastungen entstehen würden.  Die Siedler selbst wollten nach einer Abstimmung am 9. Dezember 1955 nur unter bestimmten Bedingungen einer Eingemeindung zustimmen.  Nach einer Befragung aller in Röspe lebenden Wahlberechtigten Ende März 1956 wurde sie sogar geschlossen abgelehnt.  Die Bildung einer selbständigen Gemeinde Röspe wurde auch von der Amtsverwaltung Berleburg vorgeschlagen, dagegen war der Kreistag für die Eingliederung der Siedlung in die Gemeinde Birkelbach.  Am 9. Oktober beschloß der Landtag dann ein Gesetz, nach dem die Siedlung Röspe gegen den einstimmigen Willen der Bevölkerung von Röspe und Birkelbach mit Wirkung vom 1. Oktober 1956 in die Gemeinde Birkelbach eingegliedert wurde.  Als Begründung wurde u.a. angegeben, die Siedler tätigten in Birkelbach, das Bahnstation sei, ihre Einkäufe, besuchten dort die Kirche, die schulpflichtigen Kinder gingen dort in die Schule und der größte Teil der berufstätigen Siedler sei in Birkelbach beschäftigt.  Ausserdem wurde durch Aufstellen eines Probehaushaltsplanes für das Jahr 1956 nachgewiesen, dass eine selbstständige Gemeinde Röspe ihre Aufgaben nicht einmal in bescheidenem Umfange erfüllen konnte.  Damit sei eine Eingliederung in die Gemeinde Birkelbach notwendig.

Zu dieser Begründung des Gesetzentwurfes ist allerdings zu bemerken, daß die Einwohner von Röspe nicht ihre Einkäufe in Birkelbach, sondern in Röspe oder Erndtebrück tätigten und dass auch nur ein sehr kleiner Teil der berufstätigen Siedler in Birkelbach arbeitete.  Da sich der Landtag auch großzügig über die Gemeindeordung von NRW von 1952 hinweggesetzt hatte, in der in § 14, Abs. 1 steht, daß bei solchen Maßnahmen der Wille der betroffenen Bevölkerung berücksichtigt werden muss, wandten sich die Rösper Einwohner wegen dieser zwangsweisen Eingliederung an den Gemeindetag in Datteln. Es wurde ihnen jedoch abgeraten, gegen den Landtag Verfassungsbeschwerde einzureichen, da das nur Widerspruch hervorrufen und das Verfahren jahrelang verschleppen würde.  So gaben sich schließlich auch die Einwohner von Röspe mit der Eingliederung der Siedlung die Gemeinde Birkelbach zufrieden.  Die Si edlung Röspe wurde somit ab 1. Oktober 1956 ein Ortsteil der Gemeinde Birkelbach , doch fühlten sich die Rösper trotz Eingemeindung nicht wirklich als Birkelbacher, sondern sahen das Verhältnis eher nachbarschaftlich.  Am 1. Januar 1975 wurde dann Birkelbach mit Röspe ein Teil der Gemeinde Erndtebrück.
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Die Bevölkerungsstruktur

Kurz nach dem Einzug, am 1. Dezember 1954, bestand die Bevölkerung der Siedlung Röspe vorwiegend aus Schlesiern.  Von den insgesamt 229 Einwohnern waren es 157 (68,6 %).  Die nächstgrößeren Gruppen stellten die Ostpreußen mit 17 (7,4 %), die Westfalen mit 12 (5,2 %) und die Pommern mit 11 Personen (4,8 %).  Die Anzahl der Westfalen war so groß, weil einige Vertriebene mit Westfalen verheiratet waren.  Zu diesen großen landsmannschaftlichen Gruppen kamen noch zwei Einwohner aus Wolhynien (0,9 %), je einer aus dem Warthegau und aus Mecklenburg (je 0,4 %) und schließlich 28 erst in Westfalen geborene Kinder (12,2 %).

Neun Jahre später, am 20.  September 1963, hatten sich die Verhältnisse etwas verschoben.  Die Gesamteinwohnerzahl der Siedlung stieg auf 254, da jetzt das Herrenhaus mit 28 Einwohnern dazugerechnet wurde. Der Anteil der Schlesier war auf 123 Personen (48,4 %) gesunken, dafür ein Anteil der Westfalen auf 26 (10,2 %) und der in Westfalen geborenen Kinder auf 69 (26,9 %) gestiegen.  Inzwischen hatte sich auch die Zahl der vertretenen Landsmannschaften von 7 auf 15 erhöht.

Als ganz natürliche Entwicklung nimmt der Anteil der in den deutschen Ostgebieten geborenen Personen ständig ab und steigt die Zahl der in Westfalen geborenen Einwohner.  Auffallend in der Entwicklung der Siedlung ist der Rückgang der Einwohnerzahl von 1963 bis 1976 um 42 Personen (16,5 %), obwohl die Siedlung in dieser Zeit um drei Häuser erweitert wurde.  Auch die Zahl der Personen unter 16 Jahren hat sich in diesem Zeitraum erheblich verringert (von 67 auf 51).  Diese Entwicklung setzt sich auch in den folgenden Jahren fort.  Obwohl weitere Häuser hinzukamen, gab es am 31. 7. 1999 nur noch 182 Einwohner, von denen wiederum nur 27 unter 16 Jahren waren. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Bevölkerungsentwicklung

Datum                    Einwohner insgesamt        davon unter 16 Jahren                       in%

01.10.1954           229                                         68                                                           29,7
20.09.1963           254                                         67                                                           26,4
29.03.1976           212                                         51                                                           24,1
31.07.1999           182                                         27                                                           14,8

Die Abnahme der Gesamteinwohnerzahl läst sich sicher damit erklären, dass die Siedler die freiwerdenden Einliegerwohnungen oft nicht mehr vermieten, sondern diese Räume selbst nutzen.  So wurde zwar aus zwei kleineren Wohnungen durch Zusammenlegung in vielen Häusern eine größere, den heutigen Bedürfnissen entsprechende Wohnung geschaffen, doch verringerte sich die Anzahl der vorhandenen Wohnungen dadurch im Laufe der Zeit erheblich.  Nimmt aber die Zahl der Wohnungen ab, verringert sich natürlich auch die Zahl der Familien und damit auch die Zahl der Einwohner. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Die wirtschaftliche Lage der Siedler

Als im Jahre 1954 die Siedlung Röspe bezogen wurde, konnte man die wirtschaftlichen Verhältnisse der Siedler nur als schlecht bezeichnen.  Sie hatten durch die Vertreibung alles verloren und mussten völlig von vorn anfangen.  Jeder Gegenstand, sei es ein Topf, eine Tasse, ein Stuhl oder ein Bett, musste erst gekauft werden.  Bis zum Einzug in Röspe hatten sich die Siedler zwar das Notwendigste angeschafft, da sie aber vorher beengt gewohnt hatten, waren nicht einmal genügend Möbel für die nun größere Wohnung vorhanden.  So wurde es notwendig, Einrichtungsgegenstände und Geräte zur Bearbeitung des Gartens und des Feldes zu kaufen und Kleinvieh anzuschaffen.

Wenn auch die Siedlungsgesellschaft eine Beihilfe zur Inventaranschaffung gab, so reichte das doch bei weitem nicht aus. Den Siedlern waren die meisten Käufe nur durch Ratenzahlung möglich. Auch die kleine Landwirtschaft brachte anfangs nur Belastungen.  Der Boden war zum größten Teil erst gerodet worden, und es waren erhebliche Aufwendungen erforderlich, um das Neuland in einen Kulturzustand zu bringen.  Der benötigte Dünger, ob Kunst- oder Stalldünger, musste erst gekauft werden, da noch kein Viehbestand vorhanden war.

Als im Jahre 1956 aus den USA eine Rinderspende für Flüchtlingsbauern nach Deutschland kam, erhielten auch die Siedler Jannek und Blaschke über die Innere Mission und das Evangelische Hilfswerk Westfalen je ein Rind.  Die Empfänger mußten sich nur verpflichten, das erste Kuhkalb zur Weitergabe an eine andere bedürftige Flüchtlingsbauernfamille zur Verfügung zu stellen.

Im Laufe der Jahre verbesserte sich die wirtschaftliche Lage zusehends.  Wenn auch von einem wirklichen Verdienst aus der Landwirtschaft, zumindest bei den kleinen Stellen, kaum gesprochen werden konnte, so ist es doch so, dass die Siedler durch sie nicht mehr belastet wurden.  Sie erzeugten meistens, vorausgesetzt, dass sie den Acker selbst bearbeiteten, den Eigenbedarf an Kartoffeln und hatten auch noch soviel übrig, dass sie ein Schwein füttern konnten.  Bei den größeren Stellen reichte es neben dem Kleinvieh auch für die Haltung einer Kuh.

Mit steigendem Wohlstand ließ das Interesse an der Landwirtschaft nach.  In vielen Fällen wurde von den Siedlern mit den kleinen Stellen das Ackerland verpachtet, als Grünland eingesät oder ein großer Teil als Ziergarten genutzt.  Die für die landwirtschaftliche Vorratshaltung vorgesehenen Anbauten an den Häusern wurden oft zu Garagen umgebaut oder mussten einem Anbau weichen. Auch in der Raumaufteilung selbst sind zahlreiche Änderungen zugunsten der Wohnraumverbesserung vorgenommen worden, so dass heute wohl kein Haus mehr in der ursprünglichen Ausführung vorhanden ist.

Da sich die anfangs recht schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse der Bewohner erheblich gebessert und dem normalen Stand der übrigen Bevölkerung dieses Raumes angepasst hatten, waren auch die laufenden Abzahlungen für die Siedlerstellen später bei weitem nicht mehr eine solche Belastung für die Besitzer wie damals zur Zeit der Übernahme. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Konfessionelle und schulische Verhältnisse

Kurz nach dem Einzug der Siedler und Einlieger im Jahre 1954 waren von den 229 Einwohnern 156 (68,1 %) evangelisch, 64 (27,9 %) katholisch und 9 (3,9 %) neuapostolisch.  Die Zahlen änderten sich im Laufe der Jahre zwar etwas, jedoch verschob sich der prozentuale Anteil nur wenig.  So waren am 29. März 1976 von 212 Einwohnern 142 (67 %) evangelisch, 58 (27,32 %) katholisch und 12 (5,7 %) anderen Glaubens oder ohne Angabe.

Das Verhältnis der verschiedenen Konfessionsgruppen untereinander war von Anfang an gut.  Eine Rivalität oder eine Abkapselung gegeneinander aus religiösen Gründen hat es nie gegeben.

Die evangelischen Einwohner wurden und werden von der Kirchengemeinde Birkelbach betreut.  Sie besuchen sonntags dort den Gottesdienst.  Taufen und Trauungen finden ebenfalls dort statt.  Allerdings werden auch in regelmäßigen Abständen in der Schule in Röspe Gottesdienste abgehalten.  Etwas schwieriger als für die evangelischen ist die Teilnahme am kirchlichen Leben für die katholischen Einwohner.  Sie müssen bis nach Erndtebrück zum Gottesdienst fahren denn sie gehören zur dortigen katholischen Kirchengemeinde.  Da Kirche und Friedhof in Birkelbach etwa 4 km von Röspe entfernt sind, wurde im Jahre 1957 von der Deutschen Bauernsiedlung ein eigener Friedhof für Röspe angelegt.  Dort errichtete man auch eine kleine Kapelle, weil in der Schule auf Veranlassung der Regierung in Arnsberg kein Leichenraum eingebaut worden war, wie die ursprünglichen Pläne es einmal vorsahen.  Friedhof und Kapelle wurden später von der Gemeinde übernommen.  Die Deutsche Bauernsiedlung hatte, wie schon erwähnt, in ihren Plänen für Röspe eine eigene Schule mit separatem Lehrerhaus vorgesehen.  Sie sollte mit Geschäft und Gastwirtschaft das Zentrum der Siedlung bilden.  Für das Lehrerhaus war das Grundstück links in dem Winkel "Alleeweg/ Waldstraße" vorgesehen, für die Schule das auf der rechten Seite des Alleeweges unterhalb der Waldstraße. Die Gemeinde Birkelbach, die die Siedlung Röspe eingliedern wollte, sprach sich aber für den Bau einer neuen 4-klassigen Schule für die gesamte Gemeinde in der Nähe des Bahnhofs aus, die dann auch von den Schülern aus Röspe besucht werden sollte.  Doch bereits im September 1954 lehnte Birkelbach die Eingemeindung der Siedlung und den Bau der Schule am Bahnhof ab und befürwortete den Bau einer Schule in Röspe.  Für diese aber brauchte man eine Gemeinde als Schulträger.  Aus diesem Grunde musste also die Frage der kommunalen Zugehörigkeit so schnell wie möglich geklärt werden.

Eine Übergangslösung sah die vorübergehende Betreuung der Rösper Schüler durch die Lehrkräfte der Schule Birkelbach vor. Dafür wurden dann auch schon Schulmöbel in den Räumen der Gastwirtschaft aufgestellt.  Doch der Kreisarzt lehnte einen solchen Schulbetrieb wegen unzureichender sanitärer Anlagen ab. Inzwischen besuchten die Kinder weiter die Schule in Birkelbach.  Es waren im Dezember 1954 insgesamt 29 Schüler, davon 15 (51,7 %) evangelisch und 14 (48,3 %) katholisch, und noch zwei evangelische Schüler, die nicht in der Siedlung selbst wohnten.  Von diesem Problem nicht berührt wurden 10 Kinder aus der Siedlung, die weiterführende Schulen besuchten.

Gegen den Bau einer Schule in Röspe wandte sich auch die Schulaufsichtsbehörde.  Sie war aus schulischen Gründen für den Bau der Schule am Bahnhof Doch fand sich dort kein geeignetes Gelände.  Ein am Ortseingang von Birkelbach gelegenes, allen Ansprüchen gerecht werdendes Grundstück lehnten die Rösper aber wieder als Standort der Schule wegen zu großer Entfernung ab.  Während man ergebnislos darüber verhandelte, ob eine Schule in Röspe gebaut werden sollte oder nicht, wurden die Eltern langsam ungeduldig, denn vor ihrem Einzug in Röspe war ihnen eine Schule zugesagt worden.  So beriefen sie im Frühjahr 1955 eine Versammlung ein und beschlossen einstimmig, ab 15.  Mal einen Schulstreik durchzufahren.  Dieser wurde jedoch durch das Eingreifen der Schulbehörde und der Amtsverwaltung verhindert.  Den Eltern gab man die Zusage für eine Schule in Röspe, und die Kinder sollten bis zur Fertigstellung mit dem Linienbus nach Birkelbach zur Schule fahren.  Die Fahrtkosten trug die Amtsverwaltung. Nach vielen weiteren Verhandlungen wurde am 5. November 1956 die schulaufsichtsbehördliche Genehmigung von der Regierung in Arnsberg erteilt.  Da das vorgesehene Grundstück aber zu klein war, musste es erst durch Geländezukauf entsprechend vergrößert werden, was abermals den Bau der Schule verzögerte.  Es wurde nun, als die Fertigstellung der Schule näherrückte, unbedingt notwendig, ihren Charakter festzulegen. Aus diesem Grunde forderte man die Erziehungsberechtigten in der Siedlung Röspe auf, ihre Kinder in der Zeit vom 23.  Februar bis 8. März 1959 schriftlich zur Schule zu melden. 16 Erziehungsberechtigte meldeten damals 26 Kinder an und entschieden sich alle für eine Gemeinschaftsschule.  Noch vor Ablauf der Anmeldefrist wurde aber von allen die Anmeldeerklärung widerrufen und mit der Begründung, es sei eine einseitige Aufldärung erfolgt, eine Wiederholung der Anmeldungen gefordert.  In der neuen Frist vom 13. bis 26.  März 1959 entschieden sich alle für eine evangelische Bekenntnisschule.  Obwohl die Gemeindevertretung ihrerseits einstimmig beschlossen hatte, der Schule die Bezeichnung "Gemeinschaftsschule in Röspe" zu geben, wurde sie im Sommer 1960 von der Landesregierung zur evangelischen Bekenntnisschule erklärt.

Seit dem Einzug der Siedler in Röspe waren mehr als viereinhalb Jahre vergangen, als am 21.April 1959 endlich die Volksschule in Röspe eingeweiht werden konnte. Einen Tag später nahm dann auch der aus Niederndorf bei Siegen nach Röspe gekommene Lehrer, Heinz Hilbig, den Unterricht auf, obwohl die Tafel noch nicht befestigt war und auch die Kreide noch fehlte.  Der Schulbetrieb begann mit 29 Kindern, von denen 26 evangelisch, 2 neuapostolisch und 1 katholisch waren.  Der Religionsunterricht für die evangelischen Kinder wurde vom Lehrer selbst erteilt, die katholischen Kinder mussten dagegen immer nach Erndtebrück fahren, wo der dortige Pfarrer den Rellgionsunterricht hielt.

Die Schule in Röspe bestand bis zum 31. Juli 1968 und wurde zum Schluß noch von 24 Schülern besucht, von denen 21 evangelisch, 2 katholisch und einer neuapostolisch waren.  Seit August 1968 werden die Rösper Schüler mit dem Bus (ein Jahr Linienbus, ab August 1969 Schulbus) nach Birkelbach gefahren und besuchen die dortige Schule.  Die Trennung von Grund und Hauptschule am 1. August 1969 brachte zwar für die Schüler der Jahrgänge 1 bis 4 keine weitere Änderung, doch fahren die Hauptschüler seit dieser Zeit sogar bis nach Erndtebrück. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Brauchtum und Vereinsleben

Von dem alten Brauchtum aus den früheren Heimatgebieten ist in Röspe kaum etwas vorhanden.  Zwar gibt es bei einigen schlesischen Familien am Sonntag manchmal noch die traditionellen "Kließla " (Klösse) zu Mittag oder am Heilig Abend eine besondere Bratwurst mit Sauerkraut, doch lassen auch diese Bräuche schon nach, da die jüngeren Leute nicht mehr so daran festhalten. Beibehalten wurde auch teilweise das Backen der Fastnachtspfannkuchen, die in Wittgenstein auch als "Kreppel" bekannt sind, und das Poltern am Abend vor der Hochzeit, dem auch hier bekannten Polterabend.

Als Neuheit wurde neben dem Eierwerfen zu Ostern, dem Aufstellen eines Malbaumes und den Nachfeiern nach Familienfesten auch das Kartoffelbraten übernommen.  Dieses findet seit einigen Jahren im Hebst auf dem Gelände des alten Rösper Bahnhofes statt und wird als kleines Volksfest gefeiert, an dem nahezu alle Einwohner von Röspe teilnehmen.  Ein ähnlich wichtiges Ereignis findet seit vielen Jahren an einem Samstagabend in der ehemaligen Schule statt.  Es ist das beliebte Schlachtfest nach schlesischer Art mit Wellfleisch und Wellwurst.  Diese beiden Veranstaltungen, deren Initiatoren Bewohner der Waldstraße waren, sind die für die Entwicklung der Gemeinschaft vielleicht förderlichsten Ereignisse in Röspe und zeigen andererseits auch, dass hier eine Dorfgemeinschaft entstanden ist.  Wenige Wochen nach dem Einzug der Rösper wurde bereits am 17.  November 1954 die Ortsgruppe des Bundes vertriebener Deutscher (BvD) gegründet.  Fast alle Einwohner traten dieser Gemeinschaft bei.  Der BvD übernahm neben anderem auch kulturelle Betreuung der Einwohner.  Es wurden Weihnachtsfeiern, Filmabende, Lichbildvorträge und gesellige Veranstaltungen durchgeführt.  War das Leben dieses Bundes während der Anfangsjahre sehr rege und war auch die Mitgliederzahl sehr groß, so merkt man heute von seiner Existenz kaum noch etwas.  Innerhalb des BvD wurde im Winter 1954/55 eine Singe- und Theatergruppe gegründet, die nach zwei Jahren wieder aufgelöst wurde.  Dafür entstand 1957 eine Kindergruppe. Doch auch die wurde aufgelöst, als 1959 die Schule ihren Betrieb aufnahm. Auch der 1956 gegründete Tischtennisverein, der sich 1963 dem Sportverein in Birkelbach anschloss, und der im Winter 1961/62 gegründete Gemischte Chor bestehen nicht mehr.

Im Jahre 1976 wurde eine Freizeitgruppe gegründet, die bis etwa 1988 eine sehr aktive Freizeit-Fußballmannschaft hatte.  Diese Gruppe richtete auch stets das Kartoffelbraten und später die Waldfeste auf dem Gelände des früheren Rösper Bahnhofs aus. Der Clubraum der Freizeitgruppe in der ehemaligen Schule ist ein nahezu unentbehrlicher Ort für die Rösper geworden. Nachdem im Jahre 1969 die Gemeinde für den ehemaligen Klassenraum in der Schule Tische und Stühle für 60 Personen angeschafft hatte, beschloß man in einer Bürgerversammlung im Jahre 1970, für die übrige Einrichtung noch zu sorgen, damit hier auch Feiern abgehalten werden konnten.  So wurden vom Herd bis zur Kaffeetasse alles angeschafft und durch eine Umlage von den Rösper Bürgern selbst bezahlt.  Durch die Bezahlung des Betrages wurde jeder Haushalt gleichzeitig Mitglied der neu gegründeten Organisation "Hilfe am Grab", die für die Nutzung der Einrichtung zuständig ist.

Seit 1963 besteht auch der "Doppelkopf-Club Röspe", der sich ursprünglich in der damaligen Gaststätte Hahn traf und jetzt jeden Freitag im Clubraum der Freizeitgruppe in der ehemaligen Schule spielt.  Eine besondere Einrichtung haben sich die Rösper inzwischen mit dem "Rösper Treff' geschaffen.  Jeden 1. Freitag im Monat trifft sich jung und alt zwanglos im Clubraum der Freizeitgruppe.  Hier werden die Tagesund Langzeitprobleme diskutiert, welche die Siedlung und ihre Bewohner betreffen.  Aber es wird nicht nur diskutiert, sondern es werden auch Initiativen ergriffen.  So wurde erreicht, daß die Schulbus-Haltestelle von der Kreisstraße in die Ortsmitte verlegt wurde.  Die Bushaltestelle an der Kreisstraße erhielt Ausbuchtungen und von den Röspern in Eigenleistung erstellte Wartehäuschen.  Dazu kümmerte man sich um die Pflege und den Erhalt der Friedhofsanlagen und des Ortsmittelpunktes, stellte Ruhebänke auf und führt jährlich einen Tag „Sauberes Röspe" durch. Nachdem sich die ersten Vereine und Gruppen, die für eine so kleine Siedlung wohl zu spezialisiert ausgerichtet waren, nicht sehr lange halten konnten, hat sich doch im Laufe der Zeit in Röspe ein aktives Dorfleben entwickelt, das auch getragen wird von Gruppierungen, welche die Interessen aller Bewohner ansprechen, was auch in den Namensgebungen schon zum Ausdruck kommt.

Eines der mit der Errichtung der Siedlung Röspe verbundenen Ziele war es, die Vertriebenen einzugliedern und heimisch werden zu lassen.  Am Schwierigsten war das natürlich für die älteren Menschen.  Sie haben sich zwar inzwischen mit ihrem Schicksal abgefunden, ziehen aber immer wieder Vergleiche mit "zu Hause", also ihren Verhältnissen, persönlichen Bindungen und dem Besitz vor der Vertreibung.  Schon aus der immer noch üblichen Bezeichnung "zu Hause" geht hervor, dass trotz des Einlebens die Bindung an die alte Heimat noch vorhanden ist.

Anders sieht es bei den Einwohnern aus, die bei Kriegsende noch Kinder waren.  Sie waren zur Zeit der Vertreibung noch jung und noch nicht so mit der Heimat verbunden. Ihre Jugend haben sie dann hier in Wittgenstein gemeinsam mit den heimischen Jugendlichen verbracht.  Für sie war es darum nicht so schwer, sich an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen.  Sie lebten sich gut ein und entwickelten ein normales Zusammengehörigkeitsgefühl.  Sie wuchsen gemeinsam innerhalb der neu entstandenen dörflichen Gemeinschaft auf, und für sie wurde Röspe eine echte Heimat.  Die hier geborenen aber mussten sich gar nicht erst eingewöhnen.  Für sie ist Röspe die Heimat. (zurück zum Inhaltsverzeichnis)

Heimatgedächtnisstätte

Schon wenige Jahre nach der Fertigstellung der Siedlung Röspe gab es Pläne, dort eine Heimatgedächtnisstätte zu errichten.  Röspe wurde als Standort ausgewählt, weil es eine fast reine Vertriebenensiedlung war und außerdem an einem Hauptverkehrsweg des Kreises Wittgenstein liegt.

Die Vertriebenen in Wittgenstein begannen daher, für den Bau der Gedächtnisstätte Gelder zu sammeln, die auf ein am 3. April 1959 ausgestellten Sparbuch eingezahlt wurden.  Am 5. Mai 1960 beschloß der Ortsverband Röspe des Bundes vertriebener Deutscher, den Bau in eigener Regie durchzufahren.  Am 17.April 1961 jedoch wurden alle vorhandenen Unterlagen über den Bau - Sparbuch mit DM 2.330,91, Entwurf vom Staatshochbauamt Siegen, Sammelergebnisse - an den Kreisverband des BvD übergeben.

Mit dem Bau der Gedenkstätte begann man im Sommer 1962 nach einem Plan von Herrn Becke aus Erndtebrück, einem Mitglied des Kreisvorstandes des BvD.  Nach mehr als einjähriger Bauzeit konnte die Anlage am 15.  September 1963 anläßlich des "Tages der Heimat“ eingeweiht werden. Die Gesamtkosten erreichten eine Höhe 5.447 DM, die aus Spenden und aus Mitteln des Kreisverbandes des BvD aufgebracht wurden.  Der von einer Firma aus Bensheim gelieferte Stein ist ein 5 t schwerer Märkerwald-Granit.  Die Inschrift aus Bronzebuchstaben lautet:

Zum GEDENKEN

AN UNSERE

OSTDEUTSCHE

HEIMAT

BUND DER VERTRIEBENEN

DES KREISES WITTGENSTEIN

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Siedlerliste 1954

1.   Wende Hermann, Anna, Gotthard (Altenlohn)
2.   Deckert Richard, Elisabeth, Renate, Peter (Altenlohn), Wilhelm, Berta (Trammendor@Blümel, Frieda (Altenlohn)
3.   Gans Paul, Hubertus (Groß-Schmograu), Erika (Woischau), Alfred (Groß-Schmogau)
4.   Tilgner Alfons, Agnes, Georg, Alfons, Josef (GroßSchmogau)
5.   Hoffmann Paul, Emilie, Gisela, Almuth, Gerda (ScheidelWitz)
6.   Bartsch Oskar, Meta, Erna (Siegda)
7.   Schönfelder Käthe, Gerhard (Bischdorfi) Schwarz, Meta (Giersdorfi)
8.   Frenzel Marta, Herbert (Altköln)
9.   Tessner Fritz (Lettin), Ruth, Bernd (Kulmikau) Bürger, Martha (Kulmikau)
10. Messinger Adolf, (Schönfeld), Pauline, Siegbert, Berthold (Falkenhofi, Krieg, Melida (Falkenhoo)
11. Grützner Käthe, Rita, Waltraud, Albrecht, Paul, Käthe (Friedewalde)
12. Schön Franz, Cecille, Franz, Johannes (Friedewalde)
13. Menzel Erick (Harpersdor@, Erna (Reichenbach), Werner, Ursula
14. Burow Willy, Meta, Gerhard, Karl Heinz, Günther (Rahtsdamnitz)
15. Hahn Georg, Felizitas, Siegfried, Adelheid (Zuckmantel)
16. Reimann Alfred (Kulmikau), Ursula, Manfred (Rinthe), Martha (Kulmikau)
17. Reger Dorothea, Helmut, Ingrid Ilse (Penkendorü)
18. Gottwald Paul, Anna, Erich (Neugersdorfi) Heuk, Otto, (Richtenberg), Magdalene (Neugersdorf)
19. Zimmerling Martha, Heinz, Günther (Reichenbach) Horn, Reinhard, Elvira (Reichenbach)
20. Kleinert Walter, Meta, Edith, Ilse, Heinz (Teichdorf)
21. Manche Friedrich, Marie, Günther (Scheidelwitz)
22. Nikutta Friedrich, Gottliebe, Emil, Kurt (Gedwangen)
23. Müller Julius, Else, Marianne (Scheidelwitz)
24. Jannek Margarete, Helga, Hartmut (Plastental)
25. Mietke Wilhelm (Manschnow), Marta, Erika (Scheidelwitz)
26. Blaschke Walter (Freist), Gertrud, Brigitte, Karin, Manfred, (Siegen) Blaschke, Klara, Blaschke, Martha
27. Trapp Friedericke (Simmenau) Waldeck, Erich, Amanda, Silvia, Gerd, Ulrich, Gerlinde (Simmenau)
28. Scholz Karl, Anna, Gerhard, Erna, Heinz (Scheidelwitz)
29. Bahr Paul, Ida, Helmut, Siegfried, Walter, Paul (Oberlangenau) Zimmer, Maria (Mitteldor)
30. Treude Richard, Wilhelmine, Wolfgang, Heinz Rudolf (Birkelbach) Müsse, Veronika (Berleburg)
31. Hussner Friedrich, Anna, Günther, Irmgard, Brigitte (Klein-Ottenhagen)
32. Padur Paul, Maria, Johannes, Bernhard (Schwarzengrund)
33. Uhrner Josef, Maria, Monika, Christa, Maria (NeuGersdorf)
34. Mehrländer Elfriede, Reinhold, Ortwin, Renate (Simmenau)
35. Senner Alois, Margarete, Alois, Paul, Hedwig (Falkenau)
36. Pusch Willi, Elfriede, Horst, Günther (Scheidelwitz)
37. Kettler Paul, Luise, Walter, Rosel, Klaus, Anneliese, Ulrich (Siegda)

Nach dem Umzug des Siedlers Wende (Nr. 1) in das Herrenhaus übernahm der Siedler Hentschel im April 1956 die Siedlerstelle 1.

1.   Hentschel Armin, Elfriede, Armin, Günther, Ida (Mertschütz)

Bis zum Jahre 1999 kamen noch folgende Häuser dazu:

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